Chile – Dec 2012 / Jan 2013

Hallo liebe Leser,

wie ihr vielleicht wisst, bin ich ein leidenschaftlicher Hobbyfotograf und immer auf der Suche nach tollen Gegenden, um diese abzulichten.
Dazu gehören natürlich auch Reisen in entfernte Länder mit fantastischen Gegenden und unbekannten Kulturen.
Manchmal denkt man sich, werde ich je zu diesen entfernten Orten gelangen? Werde ich je die Möglichkeit haben diese Kulturen kennenzulernen?
Und dann, auf einmal macht es klick. Volles Risiko! Ab ins unbekannte, auf in die andere Welt!

Wie es das Schicksal so wollte, hatte ich mit mit meiner damaligen Freundin einen Menschen, der auch das Reisen liebt. Das Reisefieber hatte uns gepackt und die Idee war, ihre Familie zu besuchen. Nicht irgendwo in Deutschland oder Europa.
Nein, es war Chile. Bereits im Frühjahr 2012 haben wir entsprechende Maßnahmen ergriffen, sind zum Reisebüro und haben uns beraten lassen, bis es dann irgendwann hieß, wir machen das jetzt.

Es sollte natürlich noch eine Weile dauern bis wir losfliegen konnten, aber mit jedem Monat, den die Reise näher kam wurde es aufregender. Man hat schon hier und da geschaut, welche Dinge man sich anschauen möchte, sich vorgestellt,
wie die Gegenden aussehen werden und was es so zu essen geben wird.
Teils war man schon so aufgeregt, dass es ausgesprochen stark gekribbelt hat im Bauch und man es kaum erwarten konnte loszufliegen.

Dann, im Dezember 2012, war es so weit. der 13.! Ein Donnerstag in Frankfurt am Main.

Wetter? Stürmisch mit sehr viel Schnee und Eis. Erst sah es noch ganz gut aus, kaum verspätete Flüge und alles planmäßig.
Also eingecheckt. Lustigerweise hatte ich bis aufs Kilogramm genau meine Koffer gepackt, was schon sehr schwer war mit all der Fotoausrüstung und den paar wenigen Wechselklamotten, die ich auch noch mitnehmen musste.

Dann hieß es warten. Was war los?

…nunja, das Wetter war mittlerweile so schlecht geworden, dass die Flugzeuge in Rekordzeit enteist werden mussten, damit sie überhaupt starten konnten. Die Enteiser waren ein wenig überfordert und es kam zu Verspätungen.

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Unser Flug war für 22 Uhr angedacht, aber da waren wir noch im Terminal und haben uns den Flieger von außen angesehen (wie auf dem Bild zu sehen ist). Wie hatten eine gute alte Boing 747-400 und unsere Plätze waren auch soweit ganz gut.
Ziemlich weit hinten mit viel Platz an den Seiten, sodaß das Handgepäck immer griffbereit war. Irgendwann nach 22 Uhr waren wir dann auch endlich im Flieger und wir hofften, dass wir bald losfliegen können.
Pustekuchen.
Erstmal mußten wir auf die Enteiser warten und dazwischen, ohne Informationen des Kapitäns, warten… warten… und weiter warten… Man hat schon immer auf die Uhr geschaut, da ja in Frankfurt am 23 Uhr ein strenges Nachtflugverbot herrscht. Tja, und dann wurde es auch 23 Uhr und wir saßen im Flieger, draußen arbeiteten die Enteiser und wir dachten schon… na toll, das war es jetzt.
Der Flieger hebt heute nicht mehr ab. Gerade als ich das laut aussprach, kam eine Stimme aus dem Cockpit, die uns mitteilte, dass wir eine Sondergenehmigung besäßen, mit der wir doch noch abheben dürften.

Juhuu… so hoben wir irgendwann gegen 23:20 ab auf den Weg in den warmen Süden.

– Santiago de Chile –Stitched Panorama

Nach einem Zwischenstopp in São Paulo, sind wir am nächsten Tag, den 14. Dezember, in Santiago de Chile angekommen. Da hieß es, wie nach langen Flügen üblich, warten auf das Gepäck.

Erst gegen 14:30 uhr waren wir im Hotel, woraufhin wir geduscht und uns frisch gemacht haben, bevor wir uns mit Bekannten meiner Freundin getroffen haben. Es war traumhaft. Nicht nur, dass wir gerade aus einem kalten und verschneiten Land in die tropische Hitze kamen, wir hatten auch noch tolle Begleitung, mit der man die Stadt unsicher machen konnte. Von Empanadas, bis zu Gipfelbesteigungen (auch wenn es nur eine alte Burganlage war), war alles dabei, was das Herz begehrte.

Ach ja, es waren die besten Empanadas auf der gesamten Reise!

Nachdem wir bis in den Abend hinein mit den Freunden zusammen waren, sind wir noch kurz einkaufen gegangen, um etwas für das Frühstück zu haben, da unser Flug am nächsten Morgen leider etwas seeeehr früh war.

– Punta Arenas –

SDIM2940Am Nachmittag des 15. Dezembers sind wir in Punta Arenas gelandet. Was für ein Unterschied. Von einer Weltstadt wie Santiago in eine Küstenstadt am südlichsten Zipfel Südamerikas. Es war kalt und nass, irgendwie wie daheim in Deutschland und ein extremer Gegensatz zu der Hitze in Santiago. Wir haben die Zeit genutzt und uns noch die Stadt, das Meer und den Markt angesehen, bevor wir ins Hotel zurückgingen, uns umzogen und abends noch in einer Pizzeria Empanadas aßen. Man muß dazu sagen, die Empanadas werden überall ein wenig anders gemacht. In der kalten Gegend da unten im Süden wird sehr viel Käse verwendet, was die Empanadas ein wenig wie Teigtaschen mit Käselava aussehen ließ.

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Einmal angeschnitten und die Lava quoll heraus. Schon lustig soetwas.

Am nächsten Tag haben wir uns dann unseren Mietwagen abgeholt und sind ab in Richtung Nationalpark “Torres del Paine” gestartet. Die Fahrt war einfach fantastisch. Auch wenn es da unten relativ wenig zu sehen gibt, die Berge in der Ferne und die weiten, kalten, Steppen mit ihren Alpacas und Guanacos waren es wert. Man fährt quasi ständig eine einzige Straße entlang (eine andere gibt es ja nicht) und diese geht oftmals nur gerade aus. Ich glaube es gab auf dem Weg zur Zwischenstation nicht mehr als 3 oder 4 Dörfer, wo man schon sehen kann, dass man recht großzügig planen muß, wenn man etwas essen möchte oder auch tanken muss. Wir haben das aber richtig gemacht, haben auch an einem Dorf angehalten und ein Sandwich gegessen. Die Fahrt bis Puerto Natales war dann auch nur noch halb so lang.

Einmal in Puerto Natales angekommen, bietet sich einem ein fantastischer Blick über einen großen See mit den Bergen der Anden im Hintergrund.SDIM3022

Die Stadt selbst ist auch nicht übel, überall schießen neue Häuser aus dem Boden, kleine Hotels und man kann sich gut versorgen. Wir haben in Puerto Natales eine Pizza zu uns genommen und dann ging es weiter zur letzen Etappe bis zum “Torres del Paine” Nationalpark.

– Torres del Paine –

Wenn man in den Park reinfährt, egal ob von der oberen oder unteren Kontrollstation, man ist baff. Die Gegend nimmt einem den Atem und man fragt sich, ob man denn träumt, so absolut unglaublich sieht es dort aus.

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Anfangs wurden wir noch von einem Emu mit Küken begleitet und dann ging es zu den Bergen die sich vor uns erstreckten. Stitched PanoramaUnglaublich dieser Anblick, nicht wahr?

Bald geht es weiter…